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Photovoltaik-Lexikon: alle Begriffe einfach erklärt

Von Kilowattpeak bis Zweirichtungszähler: Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe rund um Solarstrom, Speicher, Wallbox und Netzanschluss, verständlich erklärt und mit Skizzen.

Sie interessieren sich für eine Photovoltaikanlage, aber Begriffe wie Kilowattpeak, String oder Eigenverbrauchsquote sagen Ihnen wenig? Hier erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um Solarstrom, Speicher, Wallbox und Netzanschluss. Jeder Begriff in wenigen Sätzen, ohne Vorwissen verständlich.

Aufbau einer Photovoltaikanlage mit Speicher und Wallbox Hybrid-Wechselrichter Speicher Haus-verteilung Haus-verbrauch Zweirichtungs-zähler Gleichstrom (DC) DC AC EZ Energiezähler Messdaten Einspeisung / Netzbezug Wallbox Stromnetz
So hängt alles zusammen: Die Module erzeugen Gleichstrom. Ein Hybrid-Wechselrichter lädt damit den Speicher ohne Umweg über Wechselstrom und wandelt den Rest in Wechselstrom für das Haus um. Über die Hausverteilung fließt der Strom zu Ihren Geräten und zur Wallbox. Durch den Zweirichtungszähler des Netzbetreibers läuft nur der Strom, der ins Netz geht oder aus dem Netz kommt. Der kleine Energiezähler (EZ) gehört zur Anlage: Er misst am Netzanschluss und meldet dem Wechselrichter, wann Überschuss da ist. Der Schutz, der die Anlage bei Netzausfall abschaltet, steckt im Wechselrichter.

1. Strom-Grundlagen und Einheiten

Watt (W)

Watt ist die Einheit für Leistung. Sie sagt, wie viel Energie in einem bestimmten Moment fließt. Man kann es sich wie einen Wasserhahn vorstellen: Watt beschreibt, wie weit der Hahn gerade aufgedreht ist. Eine LED-Lampe braucht wenige Watt, ein Wasserkocher beim Erhitzen je nach Gerät rund 2.000 Watt oder mehr. Der genaue Wert steht auf dem Typenschild.

Kilowatt (kW)

Ein Kilowatt sind 1.000 Watt. In dieser Einheit werden größere Leistungen angegeben, zum Beispiel die Ladeleistung einer Wallbox oder die Leistung eines Wechselrichters. Kilowatt beschreibt immer einen Augenblick, nicht eine Menge über die Zeit.

Kilowattstunde (kWh)

Die Kilowattstunde ist die Einheit für eine Energiemenge. Sie ergibt sich aus Leistung mal Zeit: Ein Gerät mit 1 kW Leistung, das eine Stunde läuft, verbraucht 1 kWh. Auf Ihrer Stromrechnung werden Kilowattstunden abgerechnet. Im Wasser-Bild ist die Kilowattstunde die Menge Wasser, die im Eimer gelandet ist.

Unterschied zwischen Kilowatt und Kilowattstunde 2 kWLeistung in kWZeit in Stunden 2 kW × 3 h = 6 kWh 1 h2 h3 h Leistung (Höhe) × Zeit (Breite) = Energie (Fläche) kW = Leistungwie stark gerade Strom fließt kWh = Energiemengewie viel Strom insgesamt geflossen ist
Kilowatt und Kilowattstunde: Läuft ein Gerät drei Stunden lang mit 2 kW, verbraucht es 6 kWh.

Kilowattpeak (kWp)

Kilowattpeak (englisch peak, Spitze) gibt die Nennleistung einer Solaranlage an. Gemessen wird sie unter festgelegten Laborbedingungen: 1.000 Watt Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter, 25 °C Zelltemperatur und ein festgelegtes Lichtspektrum. So lassen sich Module und Anlagen untereinander vergleichen. Auf dem Dach wird dieser Wert nur selten erreicht, weil Sonne, Temperatur und Winkel ständig wechseln.

Spannung (Volt, V)

Die Spannung ist der „Druck", mit dem der Strom durch die Leitung geschoben wird. An der Steckdose liegen in Deutschland 230 Volt an. Werden Solarmodule hintereinander geschaltet, addieren sich ihre Spannungen; auf der Gleichstromseite einer Anlage können so mehrere hundert Volt entstehen. Arbeiten daran gehören deshalb in die Hände von Elektrofachkräften.

Stromstärke (Ampere, A)

Die Stromstärke beschreibt, wie viel Strom pro Sekunde durch eine Leitung fließt. Im Wasser-Bild ist es die Wassermenge, die durch das Rohr strömt. Leistung ergibt sich aus Spannung mal Stromstärke. Nach der Stromstärke richten sich Kabelquerschnitte und Sicherungen.

Gleichstrom (DC)

Gleichstrom fließt immer in dieselbe Richtung. Solarmodule und Batterien liefern Gleichstrom, die Abkürzung DC kommt vom englischen direct current. Die meisten Geräte im Haushalt und das Stromnetz arbeiten aber mit Wechselstrom. Deshalb braucht jede Solaranlage einen Wechselrichter.

Wechselstrom (AC)

Wechselstrom ändert ständig seine Fließrichtung. Im europäischen Stromnetz schwingt er 50-mal pro Sekunde hin und her (50 Hertz) und wechselt dabei 100-mal pro Sekunde die Richtung. Die Abkürzung AC steht für alternating current. Aus der Steckdose kommt Wechselstrom, und auch die Einspeisung ins Netz erfolgt als Wechselstrom.

Gleichstrom und Wechselstrom im Vergleich Gleichstrom (DC) gleichbleibend, eine Richtung: Module, Batterie Wechselstrom (AC) 50 volle Schwingungen pro Sekunde: Netz, Steckdose
Gleichstrom aus Modulen und Batterie, Wechselstrom im Haus und im Netz. Der Wechselrichter verbindet beide Welten.

Drehstrom (dreiphasig)

Drehstrom besteht aus drei Wechselstromleitungen, den Phasen, die zeitlich versetzt schwingen. Die meisten Häuser in Deutschland haben einen dreiphasigen Hausanschluss. Große Verbraucher wie Herd, Wallbox oder Wärmepumpe nutzen alle drei Phasen. Steht bei einem Wechselrichter oder Speicher „3-phasig", verteilt er den Strom gleichmäßig auf alle drei Phasen.

2. Solarzellen, Module und Dach

Photovoltaik (PV)

Photovoltaik ist die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom. Das Wort setzt sich aus dem griechischen „phos" für Licht und der Einheit Volt zusammen. Dabei wird nichts verbrannt, und es gibt keine beweglichen Teile. Eine PV-Anlage erzeugt Strom, sobald Licht auf die Module fällt, auch bei bewölktem Himmel, dann aber deutlich weniger.

Solarthermie

Solarthermie nutzt die Wärme der Sonne, um Wasser zu erwärmen, zum Beispiel für Dusche oder Heizung. Sie erzeugt keinen Strom. Die Kollektoren sehen Solarmodulen ähnlich, deshalb werden beide oft verwechselt. Wenn in diesem Lexikon von Solaranlage die Rede ist, ist immer Photovoltaik gemeint.

Solarzelle

Die Solarzelle ist der kleinste Baustein einer PV-Anlage, meist eine dünne Scheibe aus Silizium. Trifft Licht auf die Zelle, setzt es Elektronen in Bewegung, und es fließt Gleichstrom. Eine einzelne Zelle liefert nur eine kleine Spannung. Deshalb werden viele Zellen zu einem Modul zusammengeschaltet.

Solarmodul

Ein Solarmodul besteht aus vielen zusammengeschalteten Solarzellen, geschützt hinter Glas und meist in einem Aluminiumrahmen. Umgangssprachlich heißt es auch Solarpanel. Die Leistung eines Moduls steht im Datenblatt in Watt Peak (Wp). Mehrere Module ergeben zusammen die Leistung der Anlage in Kilowattpeak.

Von der Solarzelle über das Modul und den String zur Anlage Solarzelle Modulviele Zellen −+−+−+−+zum WRStringReihenschaltung: + an − des nächsten Moduls Anlageein oder mehrere Strings
Vom kleinsten zum größten Baustein: Zellen bilden ein Modul. Mehrere Module werden in Reihe zu einem String geschaltet, jeweils Plus an Minus des nächsten Moduls; die Spannungen addieren sich, der Strom bleibt gleich. Ein oder mehrere Strings bilden die Anlage. Vereinfacht gezeichnet: Echte Strings haben meist mehr als vier Module.

Monokristallines Modul

Bei monokristallinen Modulen bestehen die Zellen aus einem einzigen, gleichmäßig gewachsenen Siliziumkristall. Sie sind einheitlich dunkel und erreichen hohe Wirkungsgrade. Auf Hausdächern werden heute fast ausschließlich monokristalline Module verbaut. Ältere polykristalline Module erkennt man an ihrer bläulichen, gesprenkelten Oberfläche.

Glas-Glas-Modul

Bei einem Glas-Glas-Modul sind die Zellen vorn und hinten durch Glas geschützt, statt hinten durch eine Kunststofffolie. Das macht das Modul unempfindlicher gegen Feuchtigkeit und mechanische Belastung. Hersteller geben auf solche Module häufig längere Garantien. Sie sind etwas schwerer als Glas-Folie-Module.

Full-Black-Modul

Bei Full-Black-Modulen sind Zellen, Rückseite und Rahmen schwarz. Dadurch wirkt die Anlage auf dem Dach ruhig und einheitlich, besonders bei dunklen Dachziegeln. Full-Black-Module werden in der Sonne etwas wärmer und erreichen deshalb meist einen etwas geringeren Wirkungsgrad als Module mit heller Rückseite. Die Entscheidung ist meist eine Frage der Optik.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad gibt an, welcher Anteil des eintreffenden Sonnenlichts in Strom umgewandelt wird. Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet mehr Leistung auf derselben Fläche. Wichtig ist das vor allem, wenn auf dem Dach wenig Platz ist. Ist genug Fläche vorhanden, zählt eher der Preis pro Kilowattpeak.

String

Ein String ist eine Reihe von Modulen, die hintereinander (in Reihe) geschaltet sind. Ihre Spannungen addieren sich, der Strom fließt durch alle Module nacheinander. Jeder String wird an einen Eingang des Wechselrichters angeschlossen. Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung bekommen in der Regel eigene Strings.

Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion besteht aus Schienen und Halterungen, auf denen die Module befestigt werden. Sie muss Wind- und Schneelasten sicher aushalten und wird deshalb passend zum Dach und zum Standort ausgelegt. Auf Ziegeldächern wird sie mit Dachhaken befestigt, auf Flachdächern meist aufgeständert.

Dachhaken

Dachhaken verbinden die Unterkonstruktion mit dem Dachstuhl. Bei Ziegeldächern wird der Haken am Dachsparren verschraubt und unter dem Ziegel hindurchgeführt. Damit das Dach dicht bleibt, werden die betroffenen Ziegel passgenau angepasst, nicht durchbohrt. Bei Blech-, Wellplatten- oder Schieferdächern gibt es dafür andere Befestigungen.

Aufständerung (Flachdach)

Auf Flachdächern liegen Module nicht flach, sondern werden schräg aufgestellt, damit sie mehr Sonne einfangen und Regen sie sauber spült. Häufig werden die Gestelle mit Gewichten beschwert, statt sie im Dach zu verschrauben. Ob das Dach die zusätzliche Last trägt, muss vorher geprüft werden.

Verschattung

Schatten von Bäumen, Schornsteinen, Gauben oder Nachbarhäusern verringern den Ertrag. Weil die Module eines Strings in Reihe geschaltet sind, kann schon ein Schatten auf einem einzigen Modul die Leistung des ganzen Strings bremsen. Moderne Module haben Schutzdioden, die das abmildern. Bei stärkerer Verschattung helfen Leistungsoptimierer oder eine geschickte Aufteilung der Strings.

Leistungsoptimierer

Ein Leistungsoptimierer ist ein kleines Gerät, das direkt an einem Modul montiert wird. Er sorgt dafür, dass jedes Modul unabhängig von den anderen seine bestmögliche Leistung abgibt. Sinnvoll ist das bei Teilverschattung oder bei Modulen auf verschiedenen Dachflächen. Bei unverschatteten Dächern sind Optimierer meist nicht nötig.

3. Wechselrichter und Anlagentechnik

Wechselrichter

Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um, den Ihr Haus und das Netz nutzen können. Er ist das Herzstück der Anlage und steuert, wohin der Strom fließt. Außerdem überwacht er die Anlage und trennt sie bei einem Stromausfall automatisch vom Netz, damit dort niemand gefährdet wird. Ohne Notstrom- oder Ersatzstromfunktion liefert die Anlage dann auch im Haus keinen Strom.

Hybridwechselrichter

Ein Hybridwechselrichter hat zusätzlich einen Anschluss für einen Batteriespeicher. Der Solarstrom fließt dabei als Gleichstrom direkt in die Batterie, ohne vorher in Wechselstrom umgewandelt zu werden. Der Hybridwechselrichter entscheidet, ob Solarstrom direkt verbraucht, gespeichert oder eingespeist wird, und holt ihn abends wieder aus dem Speicher. So brauchen Sie nur ein Gerät statt zwei.

MPP-Tracker

MPP steht für Maximum Power Point, den Punkt, an dem ein String die meiste Leistung abgibt. Dieser Punkt verschiebt sich mit Sonne und Temperatur ständig, und der MPP-Tracker im Wechselrichter sucht ihn laufend neu. Hat ein Wechselrichter mehrere MPP-Tracker, können zum Beispiel Ost- und Westdach unabhängig voneinander optimal arbeiten.

Modul- oder Mikrowechselrichter

Ein Mikrowechselrichter sitzt direkt an einem oder wenigen Modulen und wandelt deren Strom sofort in Wechselstrom um. Jedes Modul arbeitet dadurch für sich, Verschattung einzelner Module wirkt sich weniger aus. Eingesetzt werden Mikrowechselrichter vor allem bei kleinen Anlagen und Steckersolargeräten.

Steckersolargerät (Balkonkraftwerk)

Ein Steckersolargerät ist eine kleine Solaranlage, meist mit ein bis zwei Modulen und einem Mikrowechselrichter, die über eine Steckdose ins Hausnetz einspeist. Erlaubt sind höchstens 800 Voltampere Wechselrichterleistung und 2.000 Watt Modulleistung. Angemeldet wird es nur im Marktstammdatenregister, nicht zusätzlich beim Netzbetreiber. Für ein ganzes Einfamilienhaus deckt es nur einen kleinen Teil des Verbrauchs.

Überspannungsschutz

Überspannungen entstehen zum Beispiel durch Blitzeinschläge in der Nähe oder Schaltvorgänge im Netz. Ein Überspannungsschutz leitet solche Spitzen ab, bevor sie Wechselrichter oder Hausgeräte beschädigen. Ob und wo er eingebaut wird, hängt von der Anlage und vom Gebäude ab.

Monitoring und App

Über eine App oder ein Webportal sehen Sie jederzeit, wie viel Strom Ihre Anlage gerade erzeugt, wie viel Sie verbrauchen und wie voll der Speicher ist. Störungen fallen so früh auf. Viele Systeme zeigen auch Tages-, Monats- und Jahreswerte, mit denen Sie Ihre Erträge vergleichen können.

4. Stromspeicher, Wallbox und Steuerung

Stromspeicher (Batteriespeicher)

Ein Stromspeicher nimmt Solarstrom auf, den Sie tagsüber nicht sofort brauchen, und gibt ihn abends oder nachts wieder ab. Dadurch nutzen Sie mehr von Ihrem eigenen Strom und kaufen weniger aus dem Netz. Ein Speicher lohnt sich vor allem, wenn er regelmäßig voll geladen und wieder entladen wird. Mehr dazu auf unserer Seite Stromspeicher.

DC- und AC-gekoppelter Speicher

Ein DC-gekoppelter Speicher hängt an der Gleichstromseite eines Hybridwechselrichters und wird direkt mit dem Gleichstrom der Module geladen. Ein AC-gekoppelter Speicher hat einen eigenen Batteriewechselrichter und wird an der Wechselstromseite im Haus angeschlossen. Bei neuen Anlagen ist die DC-Kopplung verbreitet, weil Strom seltener umgewandelt wird. Die AC-Kopplung eignet sich gut, um eine bestehende Anlage mit einem Speicher nachzurüsten.

Kapazität

Die Kapazität gibt an, wie viel Energie ein Speicher aufnehmen kann, angegeben in Kilowattstunden. Wichtig ist die nutzbare Kapazität, denn ein kleiner Teil bleibt zum Schutz der Batterie immer gesperrt. Die passende Größe hängt von Ihrem Abend- und Nachtverbrauch und von der Größe der Anlage ab.

Lithium-Eisenphosphat (LFP)

LFP ist die heute verbreitete Zellchemie für Heimspeicher. Sie gilt als sicherer als andere Zellchemien, weil sie thermisch stabil ist und kaum zur Überhitzung neigt. LFP-Zellen kommen ohne Kobalt aus und halten viele Lade- und Entladevorgänge aus.

Ladezyklus

Ein Ladezyklus entspricht einmal vollständig Laden und Entladen, auch wenn das auf mehrere Tage verteilt passiert. Hersteller geben an, wie viele Zyklen ein Speicher übersteht, bevor seine Kapazität spürbar sinkt. Zusammen mit der Garantiezeit ist das ein guter Anhaltspunkt für die Lebensdauer.

Notstrom und Ersatzstrom

Fällt das Stromnetz aus, schaltet eine normale Solaranlage aus Sicherheitsgründen ab, auch wenn die Sonne scheint. Mit einer Notstromfunktion versorgt der Speicher dann einzelne Steckdosen weiter. Eine Ersatzstromlösung versorgt das ganze Haus und trennt es dafür automatisch vom Netz. Beides braucht passende Geräte und eine fachgerechte Installation.

Wallbox

Eine Wallbox ist eine fest installierte Ladestation für Elektroautos an der Hauswand oder auf einer Säule. Sie lädt deutlich schneller und sicherer als eine normale Haushaltssteckdose. Eine Wallbox melden Sie vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber an; hat sie mehr als 12 kVA, muss er vorher zustimmen. Mehr dazu auf unserer Seite Wallbox.

PV-Überschussladen

Beim Überschussladen lädt das Elektroauto nur mit dem Solarstrom, den Ihr Haus gerade nicht braucht. Die Wallbox passt ihre Ladeleistung laufend an das Sonnenangebot an. So fahren Sie mit Strom vom eigenen Dach, statt ihn ins Netz einzuspeisen.

Energiemanagementsystem (EMS)

Ein Energiemanagementsystem verteilt den Solarstrom im Haus möglichst sinnvoll. Es entscheidet zum Beispiel, ob gerade der Speicher, das Auto oder die Wärmepumpe Strom bekommt. Manche Systeme berücksichtigen auch Wettervorhersagen und Strompreise. Ziel ist, möglichst viel eigenen Strom selbst zu nutzen.

PV-Heizstab

Ein PV-Heizstab nutzt überschüssigen Solarstrom, um Wasser in einem Warmwasser- oder Pufferspeicher zu erwärmen. Er springt nur an, wenn genug Überschuss vorhanden ist. So wird Solarstrom, der sonst eingespeist würde, als Wärme im Haus genutzt.

5. Ertrag und Verbrauch

Ausrichtung

Die Ausrichtung beschreibt, in welche Himmelsrichtung eine Dachfläche zeigt. Nach Süden ausgerichtete Module liefern übers Jahr den höchsten Ertrag. Ost-West-Anlagen erzeugen etwas weniger, verteilen den Strom aber auf Morgen und späten Nachmittag bis in den Abend. Das passt oft besser zum Verbrauch im Haushalt.

Neigung

Die Neigung ist der Winkel der Module zur Waagerechten. In Deutschland liefern nach Süden ausgerichtete Module bei etwa 30 bis 40 Grad Neigung den höchsten Jahresertrag. Weicht Ihr Dach davon ab, verlieren Sie meist nur wenig Ertrag. Auch flachere oder steilere Dächer eignen sich daher meist gut.

Ausrichtung nach Himmelsrichtung und Neigung des Daches Ausrichtung (von oben) NSWO Süd: höchsterJahresertrag Ost-West: Strom morgensund am späten Nachmittagbis Abend Neigung (von der Seite) Neigung
Ausrichtung und Neigung: Süddächer bringen den höchsten Jahresertrag, Ost-West-Dächer verteilen ihn über den Tag.

Jahresertrag

Der Jahresertrag ist die Strommenge, die eine Anlage in einem Jahr erzeugt, gemessen in Kilowattstunden. Er hängt von Größe, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und vom Wetter des jeweiligen Jahres ab. Im Sommer erzeugt eine Anlage ein Vielfaches dessen, was sie im Winter liefert.

Spezifischer Ertrag

Der spezifische Ertrag ist der Jahresertrag geteilt durch die Anlagenleistung, angegeben in Kilowattstunden pro Kilowattpeak (kWh/kWp). Mit dieser Kennzahl lassen sich Anlagen unterschiedlicher Größe vergleichen. Liegt der Wert Ihrer Anlage deutlich unter dem von Anlagen in der Nachbarschaft, lohnt sich eine Prüfung.

Jahresstromverbrauch

Ihr Jahresstromverbrauch steht in Kilowattstunden auf Ihrer letzten Stromrechnung. Er ist die wichtigste Grundlage, um Anlage und Speicher richtig zu planen. Planen Sie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto, steigt der Verbrauch deutlich, und das sollte bei der Planung schon berücksichtigt werden.

Lastprofil

Das Lastprofil zeigt, zu welchen Tageszeiten Sie wie viel Strom verbrauchen. Ein Haushalt, in dem tagsüber jemand zu Hause ist, nutzt mehr Solarstrom direkt als ein Haushalt, der vor allem abends verbraucht. Das Lastprofil entscheidet deshalb mit darüber, ob sich ein Speicher lohnt und wie groß er sein sollte.

Eigenverbrauch

Eigenverbrauch ist der Solarstrom, den Sie selbst nutzen, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Jede selbst genutzte Kilowattstunde müssen Sie nicht beim Stromanbieter kaufen. Weil Netzstrom in der Regel deutlich teurer ist als die Vergütung für eingespeisten Strom, ist ein hoher Eigenverbrauch meist der wichtigste Hebel für die Wirtschaftlichkeit.

Eigenverbrauchsquote

Die Eigenverbrauchsquote gibt an, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms im eigenen Haus genutzt wird. Beispiel: Die Anlage erzeugt 8.000 kWh, davon nutzen Sie 2.400 kWh selbst, das ergibt eine Eigenverbrauchsquote von 30 Prozent. Der Rest wird eingespeist. Ein Speicher oder eine Wallbox erhöhen diese Quote.

Autarkiegrad

Der Autarkiegrad gibt an, welcher Anteil Ihres gesamten Stromverbrauchs aus der eigenen Anlage stammt. Beispiel: Sie verbrauchen 4.000 kWh im Jahr, 2.400 kWh davon kommen vom eigenen Dach, das ergibt einen Autarkiegrad von 60 Prozent. Vollständig vom Netz lösen können Sie sich mit einer üblichen Hausanlage samt Speicher nicht, weil im Winter zu wenig Sonne scheint.

Tagesverlauf von Solarerzeugung und Stromverbrauch an einem Sommertag kW 0 Uhr6 Uhr12 Uhr18 Uhr24 Uhr EinspeisungEigenverbrauchNetzbezugNetzbezug SolarerzeugungVerbrauch
Ein sonniger Sommertag, Anlage ohne Speicher, Uhrzeiten in Sommerzeit: Mittags erzeugt die Anlage mehr, als im Haus gebraucht wird, der Überschuss wird eingespeist. Morgens, abends und nachts kommt der Strom aus dem Netz. Ein Speicher würde einen Teil des Überschusses für den Abend aufheben. Im Winter ist die gelbe Fläche nur ein Bruchteil so groß.

6. Netz, Zähler und Anmeldung

Netzbetreiber

Der Netzbetreiber betreibt die Stromleitungen in Ihrer Region. Er ist nicht unbedingt derselbe wie Ihr Stromanbieter, bei dem Sie den Strom kaufen. Solaranlage, Speicher und Wallbox müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Diese Anmeldung übernimmt in der Regel der Installationsbetrieb.

Einspeisung

Einspeisung bedeutet, dass Strom aus Ihrer Anlage ins öffentliche Netz fließt. Das passiert automatisch, sobald Ihre Anlage mehr erzeugt, als Sie gerade verbrauchen und speichern können. Die eingespeiste Menge wird vom Zähler erfasst und vergütet.

Überschusseinspeisung und Volleinspeisung

Bei der Überschusseinspeisung (Teileinspeisung) nutzen Sie den Solarstrom zuerst selbst und speisen nur den Rest ein. Bei der Volleinspeisung geht der gesamte Strom ins Netz, dafür ist die Vergütung pro Kilowattstunde bei Anlagen auf Gebäuden höher. Für die meisten Eigenheime ist die Überschusseinspeisung die wirtschaftlichere Wahl.

Einspeisevergütung

Für eingespeisten Strom zahlt der Netzbetreiber eine Vergütung pro Kilowattstunde, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt ist. Für Anlagen, die bis Ende 2026 in Betrieb gehen, ist sie fest: Die Höhe hängt davon ab, wann die Anlage startet und wie groß sie ist, und sie gilt für 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme. Für Anlagen ab 2027 plant der Gesetzgeber neue Regeln; den aktuellen Stand klären wir bei der Beratung. Mehr dazu auf unserer Seite Förderung.

EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)

Das EEG ist das Gesetz, das den Ausbau von Solar-, Wind- und anderen erneuerbaren Anlagen in Deutschland regelt. Es legt unter anderem fest, wie viel Geld es für eingespeisten Strom gibt und welche technischen Pflichten Anlagenbetreiber haben. Das Gesetz wird regelmäßig geändert; die derzeitige Fassung gilt bis Ende 2026. Für Ihre Anlage gelten in der Regel die Bedingungen zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

Marktstammdatenregister

Das Marktstammdatenregister ist ein amtliches Register der Bundesnetzagentur, in dem alle Stromerzeugungsanlagen in Deutschland erfasst werden. Auch Ihre Solaranlage und Ihr Speicher müssen dort eingetragen werden, und zwar innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme. Die Registrierung ist kostenlos und erfolgt online.

Zweirichtungszähler

Ein Zweirichtungszähler misst getrennt, wie viel Strom Sie aus dem Netz beziehen und wie viel Sie einspeisen. Solarstrom, den Sie im Haus selbst verbrauchen, läuft nicht über diesen Zähler. Er ersetzt nach der Anmeldung der Solaranlage den alten Zähler. Eingebaut wird er vom Messstellenbetreiber, meist dem örtlichen Netzbetreiber.

Smart Meter (intelligentes Messsystem)

Ein intelligentes Messsystem besteht aus einem digitalen Stromzähler und einer Kommunikationseinheit, dem Smart-Meter-Gateway. Es übermittelt Verbrauchs- und Einspeisewerte automatisch an den Netzbetreiber. Ein Smart Meter ist Voraussetzung für dynamische Stromtarife und für die Steuerung nach Paragraf 14a. Haben Sie eine Solaranlage über 7 kW, eine steuerbare Wärmepumpe oder Wallbox oder verbrauchen Sie mehr als 6.000 kWh im Jahr, muss Ihr Messstellenbetreiber Ihnen nach und nach ein intelligentes Messsystem einbauen.

Zählerschrank

Im Zählerschrank sitzen Stromzähler, Hauptsicherungen und Verteilung. Wird eine Solaranlage, ein Speicher oder eine Wallbox angeschlossen, muss er den aktuellen technischen Vorgaben des Netzbetreibers entsprechen. In älteren Häusern ist deshalb häufig ein Umbau oder ein neuer Zählerschrank nötig.

Steuerbare Verbrauchseinrichtung (§ 14a EnWG)

Wallboxen, Wärmepumpen, Klimaanlagen und Stromspeicher mit mehr als 4,2 Kilowatt Anschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 neu angeschlossen werden, gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Bei Speichern betrifft das nur das Laden aus dem Netz. Droht eine Überlastung des Netzes, darf der Netzbetreiber die Leistung zeitweise drosseln, 4,2 Kilowatt bleiben aber immer verfügbar. Im Gegenzug zahlen Sie ein geringeres Netzentgelt.

Dynamischer Stromtarif

Bei einem dynamischen Stromtarif ändert sich der Strompreis im Laufe des Tages, je nach Preis an der Strombörse. Wer flexibel ist, lädt Speicher oder Elektroauto dann, wenn der Strom günstig ist. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem. Stromanbieter sind gesetzlich verpflichtet, einen solchen Tarif anzubieten.

7. Kosten und Wirtschaftlichkeit

Nullsteuersatz

Seit 2023 zahlen Sie auf Solarmodule, Wechselrichter, Speicher und deren Montage 0 Prozent Umsatzsteuer, wenn die Anlage auf oder bei einem Wohngebäude steht. Bei Anlagen bis 30 Kilowattpeak gilt diese Voraussetzung automatisch als erfüllt. Größere Anlagen können ebenfalls profitieren, müssen den Standort aber nachweisen. Ihr Installationsbetrieb weist den Steuersatz auf der Rechnung aus.

Amortisation

Die Amortisationszeit ist die Zeit, bis die Ersparnis und die Einspeisevergütung die Anschaffungskosten wieder eingespielt haben. Sie hängt vor allem vom Strompreis, vom Eigenverbrauch und von den Kosten der Anlage ab. Danach erwirtschaftet die Anlage für den Rest ihrer Lebensdauer Gewinn.

Produkt- und Leistungsgarantie

Bei Solarmodulen gibt es zwei verschiedene Garantien. Die Produktgarantie deckt Material- und Verarbeitungsfehler ab. Die Leistungsgarantie sichert zu, dass ein Modul nach einer bestimmten Zahl von Jahren noch einen festgelegten Anteil seiner ursprünglichen Leistung bringt. Für Wechselrichter und Speicher gelten eigene Herstellergarantien.

Wartung

Solaranlagen sind wartungsarm, weil sie keine beweglichen Teile haben. Sinnvoll ist ein Blick in die App, um Ertragsverluste früh zu bemerken, sowie gelegentlich eine Sichtprüfung von Modulen, Kabeln und Befestigung. Der Wechselrichter ist das Bauteil, das während der Lebensdauer einer Anlage am ehesten ersetzt werden muss.

Dieses Lexikon erklärt Begriffe allgemein und ersetzt keine Beratung. Was für Ihr Haus sinnvoll ist, klären wir gern bei einem Termin vor Ort: Beratung anfragen.